Einbauhinweise

Eigenkontrollprüfung auf der Baustelle

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1. Einbauhöhe von Plattenanschlüssen bei Bordsteinen

Die Plattenanschlüsse der Bodenindikatoren an der Bordsteinkante müssen im eingebauten Zustand (nach dem Abrütteln mit der Vibriationsplatte) 3 bis 5 mm über deren Oberfläche liegen (DIN 18318 Punkt 3.3.3). Die Plattenstruktur, wie hier im Bild die Noppenplatten, muss zum Randstein sich taktil absetzen. Der Einbau höher liegender Platten kann zur Stolperfalle werden.

Sollten vorhandene Schächte im Auffindestreifen nicht umsetzbar oder die Lage der Blindenquerungsstelle nicht veränderbar sein, dann ist der Schachtdeckel mit den entsprechenden Bodenindikatoren auszulegen.

2. Einsatz von Kurvensteinen; Abstand Stoßfugen bei Bordsteinen

Im Kurvenbereich bis zum Radius von 8 m sind Kurvensteine für Hochborde und Rundborde zu verwenden. Weitere Kurvensteine sind einzusetzen, wenn der Hersteller auch bei größeren Radien Kurvensteine liefert. Die geraden Übergangssteine vom Rundbord zum Hochbord sind im Gehrungsschnitt dem Bogen anzupassen. Die Bordsteine sind mit ca. 5 mm breiten Stoßfugen zu versetzen, die nicht verfugt werden (DIN 18318 Punkt 3.8). Das gilt auch bei Sonderbordsteinen wie hier im Bild zu sehen.

3. Einrütteln von Betonplatten

Beim Einrütteln der Betonplatten bzw. -pflastersteinen sind kleine Vibriationsplatten in Einsatz zu bringen. Für das 8er Pflaster oder Platten sind Maschinen von 140 bis maximal 170 kg Betriebsgewicht zu verwenden, die Zentrifugalkräfte sollen mindestens 20 kN erzeugen. Um beim Abrütteln der Bodenindikatoren Oberflächenschäden zu vermeiden, müssen die Vibriationsplatten mit einer Kunststoffmatte (meist aus Polyurethan) ausgestattet sein. Zuvor muss jedoch der abgestufte Fugensand in die Fugen eingekehrt oder eingeschlämmt und der überschüssige Sand beseitigt werden.

4. Ungesicherte Querungsstelle mit differenzierter Bordhöhe in der Bauausführung

Nach Vorlage der Zeichnung Leitdetail 33 vom Handbuch "Barrierefrei im Verkehrsraum" wird eine ungesicherte Querungsstelle (Querungsstelle ohne Lichtsignalanlage) gemäß den Anforderungen der E DIN 32984 (2010-02) errichtet.
Hinweis:
Entspricht ebenfalls der DIN 32984 (2011-10)

An der inneren Leitlinie wird das Aufmerksamkeitsfeld mit Noppen zum Auffinden der Querungsstelle für sehgeschädigte Personen angelegt und an der Bordsteinkante das Richtungsfeld mit Rippenplatten zum senkrechten Ausrichten mit dem Langstock über die Fahrbahn. Zwischen den beiden Bodenindikatoren befindet sich die kontrastierende Begleitfläche des Querungsbereiches. Im Hintergrund befindet sich die Nullabsenkung mit dem vorgelagerten Sperrfeld.

Nach dem Abziehen des Pflasterbettes erfolgt die genaue Festlegung der Querungsstelle zur gegenüberliegenden Seite, denn beide Übergänge müssen im Kurvenbereich der Bordausrundung fluchtgerecht verlaufen. Dazu wird eine Schnur über die Fahrbahn gezogen oder mit dem Nivellement die Gehlinie abgesteckt. Mit einer Verlegezange werden die Bodenindikatoren nach und nach an die Abstandshalter angelegt. Mit dem Pflasterhammer erfolgt noch eine kleine Korrektur zum "perfekten Sitz". Die Anschlüsse zwischen den Bodenindikatoren und der Begleitfläche werden passend beigeschnitten.

5. Neue Erkenntnisse von Bodenindikatoren an Bushaltestellen

Erkenntnisse aus dem Workshop des Gemeinsamen Fachausschusses für Umwelt und Verkehr (GFUV) des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) vom Oktober 2008 über die "Anforderungen an die Profile und den Einsatz von Bodenindikatoren im öffentlichen Raum" wurden von der Stadt Fulda mit der Baumaßnahme einer innerstädtischen Bushaltestelle in der Praxis umgesetzt. Der Auffindestreifen wurde mit Rippenplatten über den gesamten Gehweg und mit einem Einstiegsfeld zur Markierung des Ortes für den Buseinstieg - der ebenfalls aus Rippenplatten besteht - parallel zur Busbordkante verlegt.

Für die visuelle und tastbare Kontrastität der Rippenplatten sorgt der basaltfarbige Begleitstreifen von 60 bis 90 cm Breite. Bei dieser Pflasterung handelt es sich um ebenflächiges kantenloses Pflaster, das sich vom anstehenden grauen gefasten Gehwegpflaster absetzt. Eine Verwechslung zum Auffindestreifen einer Straßenquerungsstelle mit Noppenplatten und Richtungsfeld (Rippen senkrecht zur Fahrbahn) wird ausgeschlossen, weil sich die Anordnung der Bodenindikatoren gegenüber der Bushaltestelle wesentlich unterscheiden.

Hinweis::
Diese Verlegeart wurde bereits in der E DIN 32984 (02-2010) „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“ aufgenommen und soll verbindlicher Bestandteil bei der Verlegung von Bodenindikatoren von Bushaltestellen werden.

Zum Bild 5 – Bushaltestelle "Abtstor" 2009:
Frisch verlegte Platten und Pflaster wurden abgesandet und sofort testet der Vorarbeiter diese Einstiegsstelle, ob sie auch jetzt schon funktioniert. Die Eignungsprüfung für blinde und sehbehinderte Personen erfolgt zum Zeitpunkt der Baustellenübergabe an die Stadtverwaltung. Siehe Titelbild unter Navigation: "Haltestelle"

6. Perfektes Anlegen von barrierefreien Bordsteinen im Kurvenbereich

Die 30 cm breiten Bordsteine mit kleiner rautenförmig genoppter Oberfläche lassen sich auch bei Bordausrundungen mit unterschiedlichen Radien genau anordnen. Das liegt daran, dass an den weißen geraden Bordsteinen in Kombination mit Radien- und Trapezsteinen, der Bogen angelegt wird. Beim Setzen der Steine fallen keine Schneidarbeiten an, so dass dadurch perfekte Stoßfugen entstehen (siehe Abschnitt 2 zur DIN 18318). Die Bordausrundungen der Profilsteine sind ab einem Radius von 3,50 m möglich.

Ein 50 cm langer Übergangsstein vom Rampenbord (Nullabsenkung auf Fahrbahnniveau) zum 6 cm hohen Kantenstein (Übergang für sehgeschädigte Personen) gewährleistet den exakten Anschluss der unterschiedlichen Höhen an der Fußgängerquerungsstelle.

Diese Profilsteine besitzen ein hohes Qualitätsniveau für die Errichtung von barrierefreien Querungsanlagen. Sie sind deshalb von der CERTO Gesellschaft für Konformitätsbewertung zertifiziert worden. Zu beziehen sind die Bordsteine bei der Firma Profilbeton.


Eigenkontrollprüfung

Für die Bauarbeiter ist das Errichten von barrierefreien Querungsstellen eine neue Herausforderung im Straßenbau. Gegenüber der herkömmlichen Bordsteinverlegung und Pflasterverlegearbeiten müssen diese Übergänge mit der nötigen Sorgfalt ausgebaut werden. Der Übergang von der Bordsteinkante für die Blinden und Sehbehinderten zum niveaugleichen Übergang für die Rollstuhlfahrer, muss in der Lage zum Ampelmast genau fixiert sein. Auch die Lage der Bodenindikatoren verlangt eine exakte Verlegung. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Bauarbeiter durch Eigenkontrolle weitere Erfahrungen beim Ausbau von barrierefreien Querungsstellen sammeln.

Das Bild:

Die Tragschichten wurden eingebracht, die Randsteine gesetzt, dass Pflasterbett abgezogen, Betonplatten verlegt, Fugen geschlossen, Pflasterfläche abgerüttelt, nun kann mit "geschlossenen Augen" die betriebliche Eigenkontrolle erfolgen (erstellt 2007).


Beispielfotos

Plattenanschlüsse an Randeinfassung

Stoßfugen der Randeinfassung

Einrütteln der Betonplatten

Verlegen der Bodenindikatoren

Bushaltestelle am Fahrbahnrand

tropfenförmige Mittelinsel
Perfektes Setzen von DIN geprüften Bordsteinen bei einer tropfenförmigen Mittelinsel (Baustelle Ostumfahrung Fulda, Mai 2011)

tropfenförmige Mittelinsel
Im Detail:
Der 50 cm lange Übergangsstein ermöglicht den exakten Höhenanschluss von der Rampe 0-3 cm zum Kantenstein (Tastbord) 6 cm


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