Bushaltestellen in Sägezahn-Aufstellung

Anwendungsbeispiel Haltestellen

Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Gehweg
Bewegungsfläche für alle Fußgänger mit bequemen befahrbaren Belag z.B. hellgrauer Betonpflasterstein ohne Fase im Blockverband. Der Gehweg muss frei von Hindernissen sein.
Begrenzungsstreifen
Visueller und taktiler Oberflächenbelag zur Trennung vom Gehweg zum Pkw-Parkstand. Die Breite von ca. 50 - 75 cm wird auch als innere Leitlinie für blinde und sehbehinderte Menschen benutzt. Aus Sicherheitsgründen keine ertastbaren Bodenindikatoren verwenden!
Behinderten Parkbucht
Barrierefreier Pkw-Parkstand für Rollstuhlbenutzer, Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung und blinde Menschen nach § 42 Abs. 4 StVO. Der Zu- und Abgang verläuft über einen niveaugleichen Begrenzungsstreifen zwischen Parkstand und Gehweg. Schmale Parkstände können angelegt werden, wenn parallel eine freie niveaugleiche Fläche von mindestens 1,50 m Breite vorhanden ist.
Abgesetzte Pflasterung am Busausstieg
Zum verbesserten Auffinden der Busausstiegstür kann für den Rollstuhlbenutzer eine farblich abgesetzte fasenlose Pflasterfläche behilflich sein. Der Rollstuhlbenutzer kann sich in etwa 1 m Abstand vor der gekennzeichneten Tür positionieren, dem Fahrer die Ausstiegshaltestelle kenntlich zu machen und auf das Anlegen der klappbaren Rampe warten.
Begrenzungsstreifen im Freiraum
Breitangelegter Pflasterstreifen am Rande einer Platzfläche, der das Auffinden von Verweilplätzen für behinderte Menschen ermöglicht, die leicht erreichbar und hindernisfrei zugänglich sind. Dieser Streifen muss sich farblich und taktil zur angrenzenden Fläche absetzen.
Verweilplätze
Erlebnisbereich mit kontrastierender Gestaltung für alle Fußgänger. Bequemer befahrbarer Oberflächenbelag mit Sitz- und Lehnflächen sowie Schattenplätze. Bei einer sandgeschlämmten Oberfläche ist ein Pflaster- oder Plattenstreifen für die Menschen mit rollennutzenden Hilfsmitteln anzulegen.
Busbordstein (Kasseler Sonderbord)
Ein Profilbordstein mit angepasster Anfahrhilfe an der Bushaltestelle für Niederflurbusse. Speziell erhöhte Haltekante z.B. von 16/18 cm ermöglicht einen barrierefreien Zugang für die mobilitätsbehinderten Menschen. Die Trittoberfläche besteht aus weißen rautenförmigen Noppen.
Busbord-Übergangsstein
Mehrteiliger Rampenstein, der den Höhenunterschied vom Busbordstein (Kasseler Sonderbord) zum Übergangsstein der Nullabsenkung ausgleicht.
Randeinfassung
Der überstehende Rasenkantenstein von ca. 5 cm dient blinde und sehbehinderte Menschen als tastbare Kante mit dem Blindenlangstock (innere Leitlinie).
Querungsstelle am Fußgängerüberweg
Getrennte Querungsstelle mit einer abgesicherten Nullabsenkung für Menschen mit rollenden Hilfsmitteln einschließlich tastbare Bordkanten für Menschen mit Sehbehinderungen und Nutzer mit dem Blindenlangstock. Die Randeinfassung sollte sich kontrastreich (wie hier dargestellt) gegenüber der Fahrbahnoberfläche absetzen.
Leitstreifen und Rippenstrukturen
Leitstreifen besteht aus aneinander gereihten in Längsverlegung verlaufenden Rippenplatten zur Anzeige der Gehrichtung. Der Leitstreifen führt blinde und sehbehinderte Menschen zu verschiedenen Anlaufstellen, z.B. zu den seitlich gelegenen Einstiegspunkten an Haltestellen oder zur Anzeige von Zielen im Gehbereich. Die Rippenstrukturen dienen auch als Richtungsfeld oder Sperrfeld bei getrennten Querungsstellen.
Das Leitsystem der weißen Bodenindikatoren ist mit planebenen basaltfarbigen Begleitstreifen ohne Fase umfasst. Diese Kombination ergibt einen Kontrastwert K > 0,4.
Abzweigfeld und Noppenstrukturen
Eine quadratische Fläche aus Noppenplatten, die blinde oder sehbehinderte Menschen auf eine erhöhte Aufmerksamkeit führt. Noppenstrukturen dienen z. B. als Warnung oder Abzweigungen im Leitsystem oder auch als Anzeige von Querungsstellen im Gehweg.
Auffindestreifen für Informationseinrichtungen
Das Rippenfeld 90/90 cm quer im Leitsystem verlegt, zeigt das Auffinden eines allgemeines Zieles an, hier z. B. eine Fernsprechanlage als Telestation.
Fahrkartenautomat
Automat mit Touchscreen-Funktion, der durch Dateneingabe die Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel erstellt. Die Bedienungsvorrichtungen sollen kontrastreich, taktil erfassbar und leicht erkennbar sein, damit die Bedienungselemente für alle Mobilitätsbehinderten zugänglich sind. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind diese Automaten nicht bedienbar. Die Fahrkarten für die mittlere Haltestelle lassen sich über die beiden äußeren Automaten an der Bushaltestelle anfordern.
Abfallbehälter
Der Standort ist außerhalb des Gehweges vorzusehen. Die Einbauhöhe sollte 85 cm nicht überschreiten, damit auch Rollstuhlfahrer den Einwurf benutzen können.
Buswartehalle
Als wichtige Informationselemente sind einzubeziehen: Ausreichende Beleuchtung, Sitzgelegenheiten mit verschiedenen Sitzhöhen, lesbare Info-Tafeln, Fahrplan in Augenhöhe (auch für Rollstuhlnutzer), je nach Lage ein großformatiger Ortsplan. Gegebenenfalls sollten Warteflächen für Rollstuhlnutzer und Kinderwagen (evtl. markiert) vorgehalten werden.
Dynamische Fahrgastinformation
Elektronische Abfahrtsanzeige muss auf mobilitätseingeschränkte Menschen ausgerichtet sein. Die Anlageteile sind so zu dimensionieren und aufeinander abzustimmen, dass die Mitteilungen gelesen, verstanden und gehört werden können. Das „Zwei-Sinne-Prinzip“ sollte konsequent eingehalten werden.
Fernsprechanlage
Witterungsgeschützte Telefonstation für Menschen mit und ohne Behinderungen in der Ausstattung für Münzen und Telefonkarten. Der Standort darf für blinde und sehbehinderte Menschen kein Hindernis sein. Sie müssen vom Rollstuhlnutzer mühelos angefahren werden können.
Sitzgelegenheiten
Im Freiraum die Sitzbänke mit unterschiedlichen Sitzhöhen vorsehen. Vorzugsweise ca. 48 bis 50 cm als Normalgröße, ca. 30 cm mit niedrigen Sitzen. Ausstattung für Menschen mit Behinderungen sind Sitzbänke mit Arm- und Rückenlehne vorzusehen. Vorzugsmaterial mit geringer Wärmeleitfähigkeit (z.B. Holz).
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Die Gestaltung dieser Verkehrsanlagen
entspricht u.a. folgenden Regelwerken und Normen:

RASt 06 (2006) - Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
EFA (2002) - Empfehlungen für Anlagen des Fußgängerverkehrs
EAÖ (2003) - Empfehlungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs
ERA (2010) - Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
R-FGÜ (2001) - Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen
DIN 32984 (2011-10) - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
DIN 32975 (2009-12) - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Kurzerläuterungen

Haltestellen gelten als die Visitenkarte des ÖPNV, da sie täglich den Straßenraum repräsentieren. Diese Anlagen sollten deshalb auf ein einheitliches Gestaltungsprinzip ausgerichtet sein und ein entsprechendes Design widerspiegeln. Dabei müssen aber in großem Maße den besonderen Belangen der mobilitätseingeschränkten Fahrgäste entsprochen werden.

Die Lage der Haltestellen ist so zu wählen, dass die Fahrgäste die Niederflurfahrzeuge bequem, sicher und auf kurzem Weg erreichen können. Bei der Gestaltung von Bushaltestellen mit Sägezahn-Aufstellung reduziert sich die Bussteiglänge und somit auch eine Verkürzung der Umsteigewege und ein unabhängiges Ein- und Ausfahren am Bussteig. Diese Haltestellenform setzt jedoch voraus, dass die Fahrzeuge nicht länger sind als die Bussteige.

Die Anordnung einer blinden- und sehbehindertengerechten Linienführung eines Leitstreifens zu den schräg laufenden Bussteigen wird vielerorts zu kompliziert geplant. Zum einen erfolgt der Verlauf des Leitstreifens mit der Busbordsteinkante, so dass der Blinde stets die Verschwenkungen zu den einzelnen Haltepunkten parallel mitläuft, zum anderen werden senkrechte Abzweigungen angeboten. Die ideale Linienführung sollte ein durchgehender geradliniger Leitstreifen sein. Der Auffindestreifen ist demzufolge an der Einstiegsstelle senkrecht zur Busbordsteinkante anzulegen.

Eine gesonderte Markierung der Einstiegsstelle für Rollstuhlfahrer ist auch möglich, wenn die Voraussetzung besteht, dass stets die gleichen Fahrzeugtypen die Haltestelle anfahren.

Die Parameter zur konstruktiven Gestaltung dieser Anlage kann aus den "Hinweisen für den Entwurf von Verknüpfungsanlagen des öffentlichen Personennahverkehrs (H VÖ, Ausgabe 2009)" von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) Köln entnommen werden.

Hinweis zu Straßenbahnhaltestellen:
Nach DIN 32984 (2011-10) gilt die Anordnung der Auffindestreifen auch für Straßenbahnhaltestellen.

Zeichenerklärung

Die Zahlen verweisen auf eine Kurzbeschreibung im gesonderten Textfeld
Die Lupe vergrößert einen Planausschnitt
Spezielle Detailzeichnungen mit Erläuterungen sind im Handbuch aufgeführt.


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