Bushaltestelle mit Radweg

Anwendungsbeispiel Haltestellen

Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Getrennte Querungsstelle mit abgesenktem Radweg
Erläuterungen und konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch 2. Auflage, 07/2012, Seite 84/85, LEITdetail 25.
Einfach-Bushaltestelle am Fahrbahnrand
Erläuterungen und konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch 2. Auflage, 07/2012, Seite 108/109 LEITdetail 41, vgl. auch „Haltestelle am Radweg mit geringer Gehwegbreite“ Seite 117, LEITdetail 46.
Haltestellenkap mit Radwegführung
Erläuterungen und konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch 2. Auflage, 07/2012, Seite 116, LEITdetail 45.
Gehweg
Bewegungsfläche für alle Fußgänger mit bequemen, befahrbaren Belag ohne Fase (bzw. mit Microfase). Der Gehweg muss frei von Hindernissen sein.
Trennstreifen
Kontrastierender und ertastbarer Belag aus Kleinpflaster, Profilsteinen oder Grünstreifen zur Abgrenzung zwischen Gehweg und Radweg auf Gehwegniveau. Breite von ca. 30 bis 60 cm, wird auch als innere Leitlinie für die Blinden und Sehbehinderten benutzt. In Ausnahmefällen auch Platten mit Noppenstruktur möglich. Eine optische Markierung ist nicht zulässig.
Radweg
Benutzungspflichtiger Radweg (Z 237 StVO) befindet sich auf Gehwegniveau. Vor und hinter dem Fußgängerüberweg wird der Radweg auf Fahrbahnniveau abgesenkt. Der Bodenbelag besteht meistens aus rot eingefärbten Asphalt oder Betonpflastersteinen ohne Fase.
Schutzstreifen
Sicherheitstrennstreifen zum Fahrbahnrand bzw. Parkbucht. Verwendung von Natur- oder Betonpflastersteinen in anderer Farbgebung als der Radweg. Sicherheitsbreite entspricht dem Verkehrsaufkommen.
Oberstreifen
An der Grundstücksgrenze verlaufender grober Pflasterstreifen vor einer Randeinfassung, Zufahrt, Gebäude oder einer angrenzenden Fläche. Die Oberfläche ist gegenüber dem Gehweg kontrastierend und ertastbar abzusetzen. Der Pflasterbereich stellt eine Leitfunktion zum planebenen Gehweg dar.
Grundstückzufahrt
Der visuell tastbare Oberstreifen wird für blinde und sehbehinderte Personen über die gesamte Zufahrtsbreite geführt. Sinnvoll ist eine kontrastreiche Absetzung der Gehwegoberfläche innerhalb der Überfahrt. Der Rampenstein innerhalb des Schutzstreifens gewährleistet den gleichmäßigen Höhenverlauf des Radweges.
Busbordstein
Ein Profilbordstein mit angepasster Anfahrhilfe an der Bushaltestelle für Niederflurbusse mit speziell erhöhter Bordsteinkante für den barrierefreien Zugang der Fahrgäste. Die weiße Oberfläche muss rutschfest gestaltet sein.
Randeinfassung
Der überstehende Randstein von ca. 3 bis 5 cm dient blinden und sehbehinderten Personen als tastbare Kante mit dem Blindenlangstock (innere Leitlinie).
Bushaltestelle
Gesamter Haltestellenbereich ist kontrastreich gegenüber den profilierten Bodenindikatoren und der Busbordsteinkante gestaltet. Bestandteile des Haltestellenbereiches sind:
  • Beleuchtete Wartehalle, Sitzgelegenheiten, Infotafeln, dynamische Fahrgastinformation, Fahrkartenautomat, Abfallbehälter (vergleiche Navigation weiterer Haltestellenbeispiele)
Einstiegsstelle für Personen mit rollenden Hilfsmitteln
Eine gesonderte Kennzeichnung der Einstiegsstelle kann durch eine Markierungsplatte mit dem Symbol "Rollstuhlfahrer" erfolgen, wenn die Voraussetzung besteht, dass stets die gleichen Fahrzeugtypen die Haltestelle anfahren.
Separationselemente
Anordnung von Absperrungen verhindern das unkontrollierte Queren des Radweges im Haltestellenbereich durch die Fußgänger. Der Querungsbereich sollte gebündelt werden.
Markierung von Hindernissen
Mitten im Gehweg stehende Hindernisse wie Beleuchtungsmasten oder Litfass-Säulen, sollten sich mit einer Umrandung visuell und taktil zum angrenzenden Bodenbelag absetzen.
Gemeinsamer Geh- / Radweg
im Haltestellenbereich
Manche örtliche Gegeben- heiten ermöglichen keine durchgehende Radver- kehrsführung.
Der Radweg kann nach der StVO in eine gemeinsam genutzte Fläche
(Z 229/1022-10, Fußgänger/Radfahrer frei) übergehen. Gegenseitige Rücksichtnahme zwischen den Verkehrsteilnehmern ist das oberste Gebot.
Querung Radweg
Auffindestreifen zur Haltestelle erfolgt im Gehweg über Rippenprofile. Bei Querung des Radweges wird der Auffindestreifen vor und hinter dem Radweg durch ein Richtungsfeld unterbrochen. Die Weiterführung zur Buseinstiegstür erfolgt über einen Leitstreifen mit Anschluss des Einstiegsfeldes an der Busbordsteinkante.
Auffindestreifen zu seitlichem Ziel
Auffindestreifen mit Rippenprofil in Gehrichtung quer an der inneren Leitlinie mit einer Fläche 90 x 90 cm weisen auf ein anliegendes Ziel für blinde und sehbehinderte Personen hin (hier z. B. auf einen Kiosk, eine Sitzbank bzw. zum Bistro). In der Regel wird dieser Auffindestreifen über den gesamten Gehweg verlegt.
Berühren Sie mit Ihrem Mauszeiger die Ziffern und Symbole, um nähere Informationen zu erhalten

Bushaltestelle mit Radweg bei erhöhten Ein- und Aussteigermengen
Bushaltestellen mit mittleren bis hoch frequentierten Fahrgastquerungen wird der Radweg durch einen Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) unterbrochen, das gilt auch bei höheren Radverkehrsbelastungen.

Beim vorgezogenen Haltestellenkap am getrennten Geh- und Radweg ist die Anordnung eines Richtungsfeldes im Gehweg, bei einer Radwegquerung von > 2,00 m, notwendig. Beträgt am Haltepunkt vom Verkehrsmittel der Abstand zwischen Einstiegsfeld und dem Richtungsfeld ≥ 2,00 m, dann sollte ein Leitstreifen die Verbindung übernehmen.


Die Gestaltung dieser Verkehrsanlagen
entspricht u.a. folgenden Regelwerken und Normen:

RASt 06 (2006) - Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
EFA (2002) - Empfehlungen für Anlagen des Fußgängerverkehrs
EAÖ (2003) - Empfehlungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs
ERA (2010) - Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
R-FGÜ (2001) - Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen
DIN 32984 (2011-10) - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
DIN 32975 (2009-12) - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Kurzerläuterungen

Bei Neuplanungen ist bei der Fahrbahnführung aus Sicherheitsgründen der Radverkehr als Radfahrstreifen auf der Fahrbahn zu führen.

Aus städtebaulichen- oder verkehrsplanerischen Gesichtspunkten ist nicht auszuschließen, dass Radwege und Haltestellen nachträglich errichtet werden müssen. Dabei sind bei der Planung bestimmte Grundsätze einzuhalten, die die Konfliktsituationen im Wartebereich der Haltestellen zwischen Rad- und Fußgängerverkehr auf ein Minimum beschränken.

Maßgebende Kriterien für Haltestellen mit Radwegführung (rechte Haltestelle):

  • Führung des Radverkehrs zwischen Wartebereich und Gehweg
  • Beibehaltung der vorhandenen Radwegbreite im Haltestellenbereich
  • Trassierung des Radweges unter fahrdynamischem Aspekt, keine abrupte Verschwenkungen
  • ausreichende Aufstell- und Wartefläche für die Fahrgäste vorsehen
  • Verdeutlichung Haltestellenbereich durch Materialwechsel
  • Haltestellen-Ausstattungselemente sind vollständig im Wartebereich unterzubringen
  • Anordnung Absperrgitter, Wartehalle etc. im Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm zum Trennstreifen, so dass damit die Radwegquerung kanalisiert werden kann
  • Schaffung ausreichender Bewegungsfläche für Rollstuhlbenutzer
  • Schaffung Querungsstelle für blinde und sehbehinderte Personen zur Einstiegsstelle

Haltestelle mit beengten Platzverhältnissen
(linke Haltestelle)

Hier sollte der Radweg im Bereich der Haltestelle in einem Radfahrstreifen oder als Schutzstreifen (Angebotsstreifen) auf der Fahrbahn übergehen. Ist diese Anordnung verkehrlich nicht möglich, dann ist die notwendige Querschnittsreduzierung zu Lasten aller Verkehrsarten vorzusehen. Die Mindestbreite des Gehweges sollte aber 2,50 m nicht unterschreiten. Bei diesem Querschnitt ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg durchlaufend mit einheitlichem Oberflächenbelag auszustatten. Der Abstand zwischen Busbordsteinkante und der Wartehalle einschließlich der vorhandenen Bäume, muss den Bewegungsraum für Rollstuhlbenutzer von mindestens 1,50 m gewährleisten.

Der Auffindestreifen für blinde und sehbehinderte Personen ist über den gesamten Gehweg zu führen. Der Anfang und das Ende des gemeinsamen Geh- und Radweges sind durch Verkehrszeichen zu kennzeichnen. Diese Kompromisslösung unterliegt der Bemessungsgrundlage mit geringem Rad- und Fußgängerverkehr bei einer Gehwegbreite von
ca. 5,00 m.

Oberflächenkontrast
Anstatt der üblichen grauen Gehwegbeläge wurde an diesem Beispiel ein warmer Farbton mit pastellorangefarbiger Oberfläche (RAL 2003) gewählt. Der Leuchtdichtekontrast (K) ist an den Querungsanlagen für die Bodenindikatoren nicht ausreichend. Um die notwendige Kontrastität zu erreichen, sind dunkelgraue Begleitstreifen mit
K > 0,4 an den weißen Bodenindikatoren angelegt.

Hinweis zu Straßenbahnhaltestellen:
Nach DIN 32984 (2011-10) gilt die Anordnung der Auffindestreifen auch für Straßenbahnhaltestellen.

Zeichenerklärung

Die Zahlen verweisen auf eine Kurzbeschreibung im gesonderten Textfeld
Die Lupe vergrößert einen Planausschnitt
Spezielle Detailzeichnungen mit Erläuterungen sind im Handbuch aufgeführt.


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