Querungsstellen mit Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen)

Anwendungsbeispiel Gesicherte Querungsstellen

Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Gehweg mit Zonierung
Der Gehweg besteht aus einem Verkehrsraum (Gehbereich für den Fußgängerverkehr mit bequemem befahrbarem Belag) und kontrastierendem Ober- und Unterstreifen. Der Verkehrsraum muss frei von Hindernissen sein.
Äußerer Randstreifen (Unterstreifen)
Orientierungsstreifen für blinde und sehbehinderte Personen. Visueller und tastbarer Belag als Randstreifen zur äußeren Leitlinie (Bordstein), Breite von ca. 30 bis 50 cm. Material: Naturpflasterstein oder Betonpflasterstein mit Fase.
Innerer Randstreifen (Oberstreifen)
An der Grundstücksgrenze verlaufender Pflasterstreifen vor einer Randeinfassung oder einem Gebäude. Dieser Streifen ist meistens mit Hindernissen wie Gebäudestufen, Blumenkübeln, Werbetafeln, Sitzbänken u. ä. belegt. Die Oberfläche ist gegenüber dem Gehweg kontrastierend und ertastbar abzusetzen.
Material: Naturpflasterstein oder Betonpflasterstein mit Fase. Pflasterkante kann als Leitfunktion genutzt werden.
Querungsstelle mit Rundbordstein
Querungsstelle für den allgemeinen Fußgängerverkehr. Höhe Bordsteinkante 3-4 cm, wenn baulich möglich, dann Anlaufhöhe auf 6 cm festlegen. Keine Querungsstelle für blinde und sehbehinderte Menschen und Menschen im Rollstuhl!
Getrennte Querungsstelle
Ungesicherte Querungsstelle für den allgemeinen Fußgängerverkehr in Gehrichtung (ohne LSA, FGÜ) einschließlich für Personen mit rollenden Hilfsmitteln und Personen mit Gehbehinderungen über eine Bordabsenkung auf Null-Zentimeter sowie für blinde und sehbehinderte Personen mit 6 cm Bordhöhe.
Randeinfassung mit Hochbordstein
Die Gestaltung des Fahrbahnrandes entspricht den örtlichen Festlegungen mit ca. 10 bis 15 cm Anlaufhöhe. Der Anschluss zum 3 bzw. 6 cm hohen tastbaren Bordstein erfolgt über einen Übergangsstein.
Grundstückzufahrt
Zur rechtzeitig optischen Erkennung einer Grundstückzufahrt ist es sinnvoll eine kontrastreiche Absetzung der Gehwegoberfläche innerhalb des Überfahrtsbereiches vorzusehen. Der Rampenstein innerhalb des Schutzstreifens gewährleistet den gleichmäßigen Höhenverlauf des Gehweges.
Bodenindikatoren
An der Nullabsenkung ist über ein Sperrfeld aus Rippenstruktur eine Absicherung für blinde Personen vorzusehen. Der Blindenübergang besteht aus einem Richtungsfeld in Rippenstruktur, einer ca. 90 cm tiefen Lücke mit anschließendem Noppenfeld am Gehwegrand.
Leitlinie
Leitlinie an einem Fußweg durch einen Randstein mit 5 cm Anschlag für den Blindenlangstock.
Verweilplatz
Kleine Fläche mit Sitzmöglichkeiten für Menschen, die ein Verweilen ermöglicht.
Begrenzungsstreifen
zu den Parkständen
Über einen visuellen und taktilen Trennstein erfolgt die Trennung zwischen dem Gehweg und der Parkbucht
Absperrelement Geländer
Das Geländer ist in einer Höhe von 90 bis 110 cm mit Handlauf und Knieleiste zu installieren, dabei ist eine untere Tastleiste für den Blindenlangstock zwischen 10 und 25 cm Höhe mit einzubeziehen. Die Farbe soll sich kontrastreich zum Umfeld absetzen. Der Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm zum Fahrbahnrand sollte nicht unterschritten werden.
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Die Gestaltung dieser Verkehrsanlagen
entspricht u.a. folgenden Regelwerken und Normen:

RASt 06 (2006) - Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
EFA (2002) - Empfehlungen für Anlagen des Fußgängerverkehrs
R-FGÜ (2001) - Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen
ERA (2010) - Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
DIN 32984 (2011-10) - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
DIN 32975 (2009-12) - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Kurzerläuterungen

Auf der Fahrbahn breit angelegte Markierungen mit "Zebrastreifen" kennzeichnen den Fußgängerüberweg für eine gesicherte Straßenüberquerung für alle Fußgänger nach § 26 der StVO.

Am kleinen Kreisverkehr ist eine barrierefreie Querungsstelle mit getrennter Führung dargestellt. Fußläufige Verkehrsteilnehmer die über eine Bordsteinkante die Querung der Fahrbahn bevorzugen, können zu ihrem Standort gehen und die Fahrbahn überqueren. Menschen mit rollenden Fortbewegungsmitteln oder mit Gehbehinderungen, die eine Absenkung der Bordsteinkante auf Fahrbahnniveau benötigen, wählen ihren Überfahrts- oder Gehbereich. Diese Lösung entschärft den noch bestehenden Interessenkonflikt zwischen den einzelnen Behindertengruppen. Diese Bauweise "Getrennte Querungsstelle mit differenzierter Bordhöhe" setzt sich in der Bundesrepublik mehr und mehr durch.

Der dargestellte Fußgängerüberweg in der Hauptstraße mit einheitlicher Bordhöhe ist die weitverbreitteste und älteste Querungsform bundesweit (hier weißer Bordstein mit einer Höhe von 3 cm). Sie stellt an der Übergangsstelle einen Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer dar. Sowohl für blinde und sehbehinderte Menschen als auch für Menschen mit rollenden Hilfsmitteln erweist sich diese Bordüberquerung jedoch als eine unzufriedene Lösung. Sie ist aber aus topografischen Gründen noch notwendig. Diese Bordhöhe sollte zur allseitiger Funktionsfähigkeit aller Behindertengruppen strikt eingehalten werden und der Kantenradius 20 mm nicht überschreiten (DIN 18040-3).

Begründung:
Der Einbau von Fahrbahndecken unterschreitet sehr häufig diese 3 cm hohe Bordsteinkante, so dass für die rollennutzenden Verkehrsteilnehmer ein Vorteil entsteht, jedoch nicht für die blinden und sehbehinderten Menschen, ihnen fehlt die sichere tastbare Kante zwischen Fahrbahn und Gehweg. Diese Übergangsform sollte nach den heutigen Kenntnissen nur dort angewendet werden, wo eine getrennte Bauweise zwischen beiden Behindertengruppen nicht möglich ist. Die Einbauhöhe von 3 cm muss allerdings unbedingt eingehalten werden!

Im Einmündungsbereich der Seitenstraße ist als Beispiel eine Fahrbahnüberquerung ohne Lichtsignalanlage und ohne Zebrastreifen vorgestellt, die als „Ungesicherte Querungsstelle mit differenzierter Bordhöhe“ nach DIN 18040-3 und DIN 32984 definiert ist. Menschen die entlang der Hauptstraße die Seitenstraße überqueren, können in der bleibenden Gehrichtung den abgesenkten 3 cm Bord überqueren. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen haben die Möglichkeit je nach ihrem Bedarf seine Überquerung auszusuchen.

Zeichenerklärung

Die Zahlen verweisen auf eine Kurzbeschreibung im gesonderten Textfeld
Die Lupe vergrößert einen Planausschnitt
(Bemaßungen und bautechnische Erläuterungen zu dieser Straßenansicht sowie weitere Zeichnungen finden Sie im Handbuch: "IM DETAIL - Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum")


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