Knotenpunkt mit Lichtsignalanlage

Anwendungsbeispiel Gesicherte Querungsstellen

Gehweg
Verkehrsraum als Bewegungsfläche für alle Fußgänger mit bequemen, befahrbaren Belag
z. B. Betonplatten, grau ohne Fase oder Natursteinplatten ohne Fase.
Der Gehweg muss frei von Hindernissen sein.
Begrenzungsstreifen
Kontrastierender und ertastbarer Belag zur Trennung von Gehweg zum Radweg.
Breite von ca. 30 bis 50 cm, wird auch als innere Leitlinie für die Blinden und Sehbehinderten benutzt. Aus Sicherheitsgründen keine ertastbaren Bodenindikatoren verwenden.
Radweg
Benutzungspflichtiger Radweg (Z 237 StVO) befindet sich auf Gehwegniveau. Vor und hinter der Fußgängerfurt wird der Radweg auf Fahrbahnhöhe abgesenkt. Der Bodenbelag besteht meistens aus rot eingefärbten Betonpflastersteinen ohne Fase.
Sicherheitstrennstreifen
Kontrastierender Begrenzungsstreifen zum Fahrbahnrand bzw. Parkbucht. Verwendung von Natur- oder Betonpflastersteinen in anderer Farbgebung als der Radweg. Die Breite des Sicherheitstrennstreifens wird nach dem Verkehrsaufkommen bestimmt.
Oberstreifen
An der Grundstücksgrenze verlaufender Pflasterstreifen vor einer Randeinfassung oder einem Gebäude. Dieser Streifen ist meistens mit Hindernissen wie Gebäudestufen, Blumenkübeln, Werbetafeln, Sitzbänken u.ä. belegt. Die Oberfläche ist gegenüber dem Gehweg mit Natursteinpflaster, kontrastierend und ertastbar abzusetzen. Pflasterkante kann als Leitfunktion genutzt werden.
Querungsstelle mit Tastbordstein
Querungsstelle für blinde und sehbehinderte Menschen und den allgemeinen Fußgängerverkehr.
Die Bordsteinhöhe soll 6 cm betragen mit einem Kantenradius von 10 mm (RASt 06).
Querungsstelle mit abgesenktem Bord
Bordsteinhöhe von 3 cm für den allgemeinen Fußgängerverkehr mit Kantenradius bis zu 20 mm.
Querungsstelle mit berollbaren Querungsborden
Querungsstelle für mobilitätsbehinderte Personen mit rollenden Verkehrsmittel und Personen mit Gehbehinderungen, aber auch für den allgemeinen Fußgängerverkehr.
Über eine kurze flache Rampe vom Gehweg zur Fahrbahn erfolgt eine Bordabsenkung von 3 auf 0 cm.
Richtungsfeld
Eine Fläche mit Rippenplatten zur Anzeige der Gehrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen bei geradliniger Hinführung zum gegenüberliegenden Zielpunkt der anderen Gehwegseite mit anschließendem Aufmerksamkeitsfeld von 90/90 cm.
Sperrfeld
Eine Fläche mit 60 cm tiefe Rippenplatten, parallel am berollbaren Querungsbord verlegt. Das Sperrfeld zeigt den Verlauf der Nullabsenkung und soll das unbeabsichtigte Betreten der Fahrbahn durch die blinden und sehbehinderten Menschen vermeiden.
Leitstreifen
Leitstreifen aus Rippenplatten mit einer Mindestbreite von 30 cm als Orientierungssteifen zwischen dem Aufmerksamkeitsfeld der inneren Leitlinie (Gebäude) und der Querungsstelle am Fahrbahnrand.
Aufmerksamkeitsfeld
Fläche mit Noppenplatten, die im Gehweg auf Besonderheiten hinweist und erhöhte Aufmerksamkeit fordert, z. B. unterhalb und oberhalb einer Treppenanlage oder bei einer Rampe.
Aufmerksamkeitsfeld
Fläche mit Noppenplatten, die im Gehweg auf Besonderheiten hinweist und erhöhte Aufmerksamkeit fordert, z.B. an der Gefahrenstelle einer motorgetriebenen Karusselltür.
Auffindestreifen für allgemeine Ziele
Streifen mit Rippenplatten, die über die gesamte Breite des Gehbereiches verläuft, um den Beginn und Ende eines Leitsystems anzuzeigen.
Aufmerksamkeitsfeld
Eine Fläche mit Noppenplatten, die den Beginn und Ende des seitlich gelegenen Leitstreifens und Auffindestreifen festlegt.
Leitstreifen
Ein Streifen aus aneinander gereihten Rippenplatten zur Anzeige der Gehrichtung. Bei anliegendem glattem kontrastreichem Bodenbelag sind Begleitstreifen nicht unbedingt erforderlich. Die Farbe des Leitstreifens kann auch im Farbband der Platzfläche angepasst werden.
Abzweigefeld
Eine quadratische Fläche mit Noppenplatten, die auf ein seitliches Abbiegen hinweist.
Abzweigefeld
Eine quadratische Fläche mit Rippenplatten, ohne Anschluss von Rillenplatten, die zum Verweilplatz hinweist.
Begleitstreifen, Begleitfläche
Streifen oder Fläche aus planen Betonelementen, die einen taktilen und visuellen Kontrast zu den eingebetteten Bodenindikatoren ermöglicht. Die Platten müssen ohne Kantenfase fugenarm verlegt werden.
Aufmerksamkeitsfeld
Aufmerksamkeitsfeld 90/90 cm an der inneren Leitlinie bestehend aus Noppenplatten, ermöglicht das Auffinden des Leitstreifens zur Querungsstelle bzw. das Ende des Leitsystems am Gebäude.
Auffindestreifen
Eine Fläche mit Rippenplatten, die den Beginn und Ende des anschließenden Leitstreifens über ein Aufmerksamkeitsfeld aus Noppenplatten zur Informationseinrichtung (hier zum Kiosk) führt.
Rampe für Rollstuhlnutzer
Maximale Neigung 6 %, Quergefälle 0 %, Maximale Einzellänge 6,00 m, Minimale Breite 1,20 m, Bewegungsflächen am Anfang und Ende 1,50 m x 1,50 m, Handläufe beidseitig 85 cm hoch, Radabweiser beidseitig 10 cm hoch.
Stützwand
Stützwand aus Beton oder Natursteinmauerwerk mit Geländer und Handlauf.
Treppenanlage
Treppenanlage mit beidseitigem Handlauf, Stufen mit kontrastierende Stufenkanten sowie Aufmerksamkeitsfelder oberhalb und unterhalb der Treppe.
Automatische Schiebetür
Automatische Türöffnung und -schließung als sicherer Zugang für Rollstuhlnutzer, blinde und sehbehinderte Menschen.
Anbindung Querungsstellen über eine Ecke
Anbindung Querungsstelle mit Auffindestreifen in Y-Form
Seitlicher Auffindestreifen neben einer Karusselltür
Seitlicher Auffindestreifen am Gehweg zu einer Platzfläche
Berühren Sie mit Ihrem Mauszeiger die Ziffern und Symbole um nähere Informationen zu erhalten

Die Gestaltung dieser Verkehrsanlagen
entspricht u.a. folgenden Regelwerken und Normen:

RASt 06 (2006) - Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
EFA (2002) - Empfehlungen für Anlagen des Fußgängerverkehrs
ERA (2010) - Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
RiLSA (2015) - Richtlinien für Lichtsignalanlagen - Lichtzeichenanlagen für den Straßenverkehr
DIN 32984 (2011-10) - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
DIN 18040-01 (2010-10) Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude
DIN 32975 (2009-12) - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Kurzerläuterungen

Diese komplexe Verkehrsanlage zeigt eine kleine Auswahl von zusammenhängenden Beispielen barrierefreier Mobilität im Umfeld eines Knotenpunktes mit seiner Vielseitigkeit im Straßenraum.

Dargestellt wird an diesem Beispiel ein verkehrsmittelübergreifendes barrierefreies Konzept für alle Verkehrsteilnehmer durch den Einsatz von gestalterischen und funktionellen Elementen auf einer größeren Verkehrsfläche. Das Aufgabenfeld von verkehrsmittelübergreifender Planung muss bis hin zur Detailplanung für den Fußgänger und Radverkehr, motorisierten Individual- und Öffentlichen Personennahverkehr (Bus und Straßenbahn) als auch die Einbeziehung des ruhenden Verkehrs beinhalten.

Dazu gehören u.a.

  • moderne Signalsteuerung, die die Verkehrsströme lenken,
  • Querungsstellen von Lichtsignalanlagen mit behindertengerechten Tastern an den Signalgebern,
  • passende Materialauswahl des Oberflächenbelages für Gehwege und Seitenräume, die den Ansprüchen aller Fußgängergruppen entsprechen,
  • barrierefreies Bordsteinsystem an den Übergängen,
  • hindernisfreies Orientierungssystem für blinde und sehbehinderte Menschen mit taktiler und visueller Leitfunktion,
  • bauliche Telematik (z.B. BLIS-Nahverkehrssystem in Dresden),
  • ausreichende Straßenbeleuchtung.

Einzubeziehen sind behindertengerechte Baumaßnahmen an Gebäuden, z.B. Zugänge zu den öffentlichen Einrichtungen über gesicherte Treppenanlagen, rollstuhlgerechte Rampen, behindertengerechte Eingangstüren sind weitere Bauteile barrierefreier Mobilität.

Im Blickfeld zum Ziel von morgen muss sein, die Schaffung eines barrierefreien Netzes im öffentlichen Verkehrsraum für alle Menschen in unserer fortschrittlichen Gesellschaft.

Zeichenerklärung

Die Zahlen verweisen auf eine Kurzbeschreibung im gesonderten Textfeld
Die Lupe vergrößert einen Planausschnitt
(Bemaßungen und bautechnische Erläuterungen zu den Querungsanlagen sowie weitere Zeichnungen finden Sie in dem Handbuch: "IM DETAIL - Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum)")


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