Querungsstellen mit Lichtsignalanlage

Anwendungsbeispiel Gesicherte Querungsstellen

Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch
Getrennte Querungsstelle mit Flachbordsystem FB 30/25
Erläuterungen und konstruktive Einzelheiten siehe Handbuch 2. Auflage, 07/2012, vgl. Randeinfassung Seite 107, LEITdetail F3 und Lichtsignalisierung Seite 58, LEITdetail 14.
Gehweg
Bewegungsfläche für alle Fußgänger, z.B. mit planebenen dunkelgrauem Plattenbelag ohne Fase. Kontrastierende Ober- und Unterstreifen sind hier nicht vorgesehen. Der Verkehrsraum des Gehweges muss frei von Hindernissen sein.
Radfahrstreifen
Für Radfahrer benutzungspflichtiger Radfahrstreifen gemäß Zeichen 237 der StVO. Nur Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen, ältere Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern die Gehwege benutzen. Dabei ist auf Fußgängerverkehr besondere Rücksicht zu nehmen.
Innerer Randstreifen
An der Grundstücksgrenze verlaufender ca. 30 cm breiter Kleinpflasterstreifen. Die Oberfläche muss sich gegenüber dem Gehweg optisch und taktil mit dem Blindenlangstock abzusetzen.
Getrennte Querungsstelle
Fußgängerüberquerungsstelle mit differenzierter Bordhöhe. Auf „Nullniveau“ abgesenkter Übergang für Menschen mit rollenden Fortbewegungsmitteln. Auf 6 cm abgesenkte Bordhöhe für Fußgänger und Menschen mit Blindenlangstock, einschließlich Hinführung von Bodenindikatoren.
Fahrbahnteiler in Tropfenform
Für die Randeinfassung der Insel sind Flachborde FB 30/25 mit angepassten Übergängen gewählt. Die fahrdynamische Inselgestaltung sollte im Bereich der Breitenreduzierung am Inselkopf das Mindestmaß von 2,50 m garantieren, weil hier die Nullabsenkung erfolgt und diesbezüglich für Menschen mit rollenden Fortbewegungsmitteln einen erhöhten Breitenbedarf benötigen.
Fahrbahnteiler als Mittelinsel
Die Randeinfassung der Mittelinsel entspricht dem Flachbordsystem FB 30/25 mit den erforderlichen Sonderborden innerhalb der Fußgängerfurt für die Nullabsenkung und Tastborde für blinde und sehbehinderte Menschen.
Randeinfassung mit Hochbordstein
Die Gestaltung des Fahrbahnrandes entspricht den örtlichen Festlegungen mit ca. 15 cm Anlaufhöhe. Der Anschluss zur Fußgängerfurt mit Nullabsenkung bzw. zum 6 cm hohen Tastbord erfolgt über spezielle Übergangssteine (Hänger) die mit dem Bordsteinsystem FB 30/25 abgestimmt sind.
Leitlinie
Innere Randeinfassung an einem Gehweg der durch einen Randstein mit 5 cm Höhe den tastbaren Anschlag des Blindenlangstockes aufnimmt.
Aufenthaltsfläche
Die kleine bauliche Anlage mit Imbiss-Möglichkeiten an einer Straßenecke soll außerhalb des Verkehrsraums am Gehweg stehen und genügend Aufenthaltsfläche aufweisen.
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Die Gestaltung dieser Verkehrsanlagen
entspricht u.a. folgenden Regelwerken und Normen:

RiLSA (2015) - Richtlinien für Lichtsignalanlagen - Lichtzeichenanlagen für den Straßenverkehr
RASt 06 (2006) - Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
EFA (2002) - Empfehlungen für Anlagen des Fußgängerverkehrs
DIN 32984 (2011-10) - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
DIN 32975 (2009-12) - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung
DIN 32981 (2002-11) - Zusatzeinrichtungen für Blinde an Straßenverkehrs-Signalanlagen (SVA) - Anforderungen



Kurzerläuterungen

Die straßenverkehrsrechtlichen Regelungen beim Queren von Fahrbahnen sind in der Straßenverkehrsordnung festgelegt. Unabhängig von der verkehrsrechtlichen Bedeutung werden an die Qualität der Überquerungsstellen für Fußgänger große Anforderungen gestellt, besonders die Beachtung der Anforderungen für Menschen mit Behinderung. Lichtsignalisierte Überquerungsstellen sollten deshalb die Regelbreite von 4 m nicht unterschreiten, damit die Funktion des Überganges mit all seinen baulichen und technischen Erfordernissen garantiert werden kann.

Die Trassierungsparameter dieser Einmündung mit Lichtsignalanlage wurden nach verkehrlichen Erfordernissen konzipiert, das heißt die Eckausrundungen entsprechen einer dreiteiligen Korbbogenfolge mit R = 20/10/30 m nach einem situationsabhängig gewählten Bemessungsfahrzeug. An diesen Eckausrundungen erfolgt das Anlegen der Fußgängerquerungsanlagen. Für die Bordsteineinfassung des Fahrbahnteilers mit Tropfenform und Mittelinsel wurden als Beispiel weiße kontrastierende Flachborde FB 30/25 gewählt.

Der Lageplan des Straßenbildes zeigt Lösungsbeispiele für barrierefreie Verkehrsanlagen mit signalisierten Querungsstellen an einer Einmündung in Form von getrennten Übergängen mit differenzierter Bordhöhe, die den Sicherheitsanforderungen im Straßenraum entsprechen. Im dunkelgrauen Gehwegbelag ohne Fase mit deren Planebenheit, sind die weißen taktilen Bodenindikatoren an den Querungsstellen für alle Verkehrsteilnehmer gut sichtbar gekennzeichnet. Die Anordnung eines Begleitstreifens um die Bodenindikatoren ist demzufolge nicht erforderlich.

Die barrierefreie Hervorhebung dieser Querungsanlage wird durch den Einsatz folgender Kriterien bestimmt:

  • Anordnung von Mittelinseln (Fahrbahnteiler)
  • Absenkung des Fahrbahnrandes nach Nutzergruppen
  • Optisch wahrnehmbare Randeinfassungen innerhalb der Fußgängerfurt
  • Wirksame Hinzuführung von taktilen Bodenindikatoren für blinde und sehbehinderte Menschen
  • Errichtung einer Lichtsignalanlage mit Zusatzeinrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen

Zeichenerklärung

Die Zahlen verweisen auf eine Kurzbeschreibung im gesonderten Textfeld
Die Lupe vergrößert einen Planausschnitt
(Bemaßungen und bautechnische Erläuterungen zu den Querungsanlagen sowie weitere Zeichnungen finden Sie in dem Handbuch: "IM DETAIL - Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum)")

PRAXISBEISPIEL

Das Foto zeigt eine gebaute Querungsstelle mit differenzierter Bordhöhe analog Handbuch LEITdetail 14 (2. Auflage 07/2012). Nach Fertigstellung der Straße (2012) wurde diese getrennte Querungsanlage einer Einmündung mit Fahrbahnteiler und Dreiecksinsel von Menschen mit Behinderung auf Tauglichkeit geprüft und von den örtlichen Behindertenverbänden als funktionierende unbehinderte Querungsstelle aufgenommen.

Die Rollstuhlnutzerin fährt zügig über den auf Fahrbahnniveau abgesenkten Gehbereich; der Mann mit dem Blindenlangstock richtet sich vor der Bordsteinkante an der Rippenstruktur der weißen Bodenindikatoren geradlinig zur Straßenquerung aus. Die 6 cm hohe Bordsteinkante ermöglicht die tastbare Erkennung des gesamten Gehwegrandes innerhalb der Querungsstelle zur Fahrbahn.

DIN geprüfte Bauteile der Randeinfassung garantieren das perfekte Setzen der 30 cm breiten weißen Bordsteine. Die Absicherung der Nullabsenkung erfolgt durch ein Sperrfeld mit Schuppenplatten (nach DIN 32984 mit Rippenplatten), die parallel an der Nullabsenkung angelegt sind. Die Bodenindikatoren des Auffindestreifens werden mit planebenen anthrazitfarbigen Betonplatten ohne Fase umfasst. Der weiße Kontrast der Randeinfassungen und der Bodenindikatoren erfüllen zum anliegenden dunklen Belag den Kontrastwert nach DIN 32984 mit K > 0,4.

Die Lichtsignalgeber sind mit Blindenanforderungs- taster ausgestattet. Der Standort könnte vorteilhafter für die Fußgänger auf der Inselmitte angeordnet sein.


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