Ungesicherte Querungsstelle

Beispiel für eine ungesicherte Straßenquerung

Beispiel einer ungesicherten Querungsstelle nach DIN 18040-3

Bei einer ungesicherten Querungsstelle handelt es sich um eine Straßenüberquerung für die Fußgänger

  • ohne Lichtsignalanlage und
  • ohne Fußgängerüberweg!

Die Fußgängerquerungsstellen können als
  • gemeinsame Überquerungsstelle mit 3 cm Bordhöhe oder als
  • getrennte Überquerungsstelle mit differenzierter Bordhöhe gestaltet werden.

Die abgesenkten Borde sind visuell kontrastierend zur Fahrbahn zu gestalten (siehe Bild).

Wichtig!
Erforderlich werdende ungesicherte Querungsstellen dürfen in der Bauweise nicht mit gesicherten Querungsstellen gleichgestellt werden, weil sonst bei blinden und sehbehinderten Menschen Verwechslungen mit einem Fußgängerüberweg oder einer lichtsignalisierten Querungsstelle entstehen. In diesem Fall kann es bei einer Fußgängerüberquerung unbeabsichtigt zu einem Unfall kommen, mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen, aber auch für die Planer (gerichtliches Verfahren).

Die Betroffenen müssen eine begreifbare Situation an Querungsstellen vorfinden!

Die Anwendung erfolgt zur Herstellung notwendiger Wegeverbindungen bei Seitenstraßen oder in der Straßenmitte liegenden Zielen.


allgemeine informationen

Mobile, blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer suchen im Allgemeinen ihre eigenen, zum Teil individuellen und ortsspezifischen Überquerungsstellen, um sicher die ruhigen Nebenstraßen zu überqueren. Sie lokalisieren entsprechend der Orientierungs- und Mobilitätsschulung und ihrer Alltagserfahrung autonom. Es ist aber nicht auszuschließen, dass aus bestimmten örtlichen Gegebenheiten heraus behindertengerechte Querungsstellen geschaffen werden müssen. Die Fußgängerüberquerungsstellen sind deshalb exakt nach den Vorgaben der DIN 18040-03 und der DIN 32984 auszurichten.

Merkmale ungesicherte Querungsstelle:
Der querlaufende Auffindestreifen im Gehweg wird durch einen Begleitstreifen unterbrochen, so dass zwischen dem Richtungsfeld in Rippenstruktur und dem Noppenfeld des Auffindestreifens eine visuelle und taktile Trennung entsteht. Das Noppenfeld ist in der Regel 90/90 cm breit und befindet sich an der inneren Leitlinie. Die taktile Lücke zwischen dem Richtungsfeld und Noppenfeld sollte so groß sein, das mit dem Bindenlangstock keine seitliche Berührung entsteht.

Empfohlener Abstand zwischen Rippenfeld und Noppenfeld: >= 90 cm.

Das Bild

Erste ungesicherte Querungsstelle 2011 in Deutschland (Testbegehung in Fulda im März 2012 durch blinde und hochgradig sehbehinderte Probanden)

Detaillierte Erläuterungen mit Zeichnungen sind im Handbuch aufgeführt.


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