Stufenmarkierungen -
wichtige Voraussetzung für sichere Begehbarkeit

Treppen bestehen aus mindestens drei aufeinander folgenden Stufen und sollten bei maximal 15 bis 18 Stufen ein Zwischenpodest erhalten.

Unter Einhaltung der DIN-Vorgaben sind Treppenläufe auch für Personen mit leichteren Bewegungseinschränkungen und Personen mit Sehbehinderungen nutzbar. Treppen bereiten vor allem älteren Personen mit dem altersüblichen Gelenkverschleiß (z.B. Arthrose) und Personen mit Sehbehinderungen oft große Schwierigkeiten diese zu überwinden. Viele können besonders bei schlechter Beleuchtung die Stufenkanten nicht sehen und haben Angst, dass sie stolpern oder stürzen. Aus diesem Grund dürfen nur Trittstufen (waagerechter Stufenteil) mit Setzstufen (senkrechter Stufenteil) verwendet werden, allerdings ohne vorspringende Stufenkante. Wegen des hohen Gefahrenpotentials an Treppen sind stets geschlossene Stufenkörper aus Blockstufen mit einer Kantenmarkierung einzusetzen .


Kennzeichnung von Stufenkanten im Vergleich zwischen maschineller Fertigungsbauweise (Stufe links)
und aufgetragener Markierungssteifen (Stufe rechts)
Auszug aus Handbuch "Barrierefrei im Verkehrsraum - LEITdetails für Planung und Bauausführung"

Wichtige Merkmale einer Stufenmarkierung

  • An sämtliche Stufenvorderkanten einer Treppe sind auf ganzer Stufenlänge optisch kontrastreiche Markierungsstreifen anzubringen.
  • Alle Stufen müssen für beide Gehrichtungen (Treppe aufwärts und abwärts) sichtbar kontrastreich markiert sein.
  • Nach DIN 32975 soll die Streifenbreite von 4 bis 5 cm auf der Trittstufe und mindestens 1 bis 2 cm auf der Setzstufe betragen.
  • Betonblockstufen mit dauerhaft eingesetzten Markierungsstreifen sind zu bevorzugen, weil bei ihnen ein Abtreten der Farbe nicht möglich ist.
  • Der Oberflächenbelag von Betonblockstufen einschließlich der kontrastierenden Stufenkanten müssen rutschhemmend hergestellt sein.
  • Mit Farbe aufgetragene Markierungsstreifen können nur als Provisorium angesehen werden, weil bei ihnen ein Abtreten der Farbe erfolgt und somit ein Nachstreichen der Markierungskante erforderlich wird. Außerdem kann Rutschgefahr durch die Farbe entstehen.
  • Die Markierungsfarbe sollte keinen Informationswert erhalten die in der Bedeutung für Sicherheitsfarben stehen, so steht z. B. "blau" für Gebot, "rot" für Verbot und "grün" für Gefahrlosigkeit (Fluchtweg und Erste-Hilfe-Einrichtungen).
  • Für barrierefreie Treppen ist auf dunklem Bodenmaterial die Farbe "weiß" geeignet, noch besser Farbe "gelb".
  • Nach DIN 32975 soll für die Kennzeichnung der Stufenmarkierung der Kontrast mindestens 0,4 betragen.
  • Die Stufen bzw. die markierten Stufenkanten sind stets sauber zuhalten (z.B. Beseitigung von Moos).
Weitere Hinweise:
  • DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche GebäudeSeite 15
  • DIN 18040-3 - Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen - Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum, Abschnitt 5.4.4 Treppen
  • Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) Seite 93
  • Fußgängerverkehrsanlagen (EFA), Seite 27
  • DIN 32975 (2009-12) Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung, Abschnitt 4.7, Seite 13, Kennzeichnung von Niveauwechseln

Anmerkung:
Die Treppen sind zusätzlich mit beidseitigen Handläufen sowie mit taktilen Hinweisen und Aufmerksamkeitsfelder, an der Antrittstufe und Austrittstufe für blinde und sehbehinderte Personen zu versehen.
Weitere Einzelheiten sind im Handbuch "IM DETAIL – Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum" erläutert mehr »


Bildergalerie

Treppenanlage vor der BLISTA Marburg
Jede Stufe ist mit einer kontrastierenden Markierungskante gekennzeichnet, das Zwischenpodest setzt sich gegenüber den Stufenvorderkanten farblich kontrastreich ab (Hersteller: Firma RINN)

Betonblockstufen mit kontrastierenden Stufenkanten
Betonblockstufen mit eingesetzter kontrastierender Markierungskante (K-Wert > 0,4) nach DIN 32975 (Hersteller: Firma RINN)

Treppenmuster mit unterschiedlichen Farbnuancen
Auswahl von Betonblockstufen mit unterschiedlichen Farbnuancen und Kontraststreifen, zuzüglich seitlicher Treppenabschluss für den Blindenlangstock (Hersteller: Firma RINN)

Betonblockstufe mit falscher Stufenmarkierung
Betonblockstufe mit falsch aufgetragener Farbmarkierung (Stolpergefahr!)

Betonblockstufe mit StahlkanteBetonblockstufe mit abgenutzten Markierungsstreifen
Bild links: Markierungskante aus Stahl ist im Außenbereich rutschgefährdend
Bild rechts: Farbmarkierung löst sich oder tritt sich allmählich ab, Nachbehandlung ist erforderlich!


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